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| Taiwan 3 |
Mittwoch, 31. März 2010
Dienstag, 30. März 2010
So ist's bei mir in Taiwan
In einer Woche sind bereits zwei Drittel von meinem Praktikum vorbei, dass heisst Halbzeit für meinen Aufenthalt in Taiwan.
Mittlerweile habe ich mich ganz gut eingelebt und es hat sich bereits ein bisschen der Alltag eingependelt.
Nach meiner ersten gemütlichen Eingewöhnungswoche begann mein Praktikum. Wie bereits erwähnt, bin ich zwei Fachpersonen von der BMI zugeteilt, Regina und Georg. Sie arbeiten in zwei verschiedenen Migrant Büros. Ein Büro ist in Zhongli (Reginas Büro), dort arbeite ich dienstags und mittwochs und das andere ist in Hsinchu (Georgs Büro), wo ich sonntags und montags arbeite.
Die Angestellten der beiden Büro kümmern sich um die Rechte Migrants, das sind Leute aus andern, ärmeren südostasiatischen Ländern (Kambodscha, Vietnam, Indonesien, Philippinen) und kommen hierher zum Arbeiten. Es handelt sich dabei oft um Opfer von Menschenhandel und solche die unter unmenschlichen Umständen hier arbeiten müssen.
Momentan erledige ich für Regina und Georg kleinere administrative Aufgaben, nichts
Anspruchsvolles. Es erinnert mich manchmal ein bisschen an meine Lehrzeit.
Mit den Migrants habe ich während der Arbeit wenig Kontakt, was ich sehr schade finde. Dazu fehlen mir die Sprachkenntnisse. So bearbeitet der vietnamesische Sozialarbeiter die vietnamesischen Fälle.
Der Sonntag startet mit der philippinischen Messe (auf Englisch) und dem anschliessenden Mittagessen. Das Essen dort ist so lala. Es gibt oft gekochtes Schweinefett und faden Reis, gottseidank haben wir eine grosse Auswahl an Früchten zum Dessert.
Am Nachmittag findet der wöchentliche Chinesischkurs statt. Ein paar Wörter Chinesisch habe ich bereits gelernt. Aber um die Sprache wirklich zu lernen, müsste man jeden Tag in den Chinesischunterricht.
Momentan wohne ich im Frauenshelter in Zhongli, dort habe ich ein kleines Zimmer mit Bad für mich allein. Das Zimmer ist nicht gerade das was man unter ‚gemütlich‘ versteht, naja ich wohne ja auch im Shelter und nicht in einem Hotel. ‚Shelter‘ heisst auf Deutsch übersetzt ‚Obdach‘. Aber für die paar Stunden, die ich in Zhongli im Zimmer lesend auf meinem ungemütlichen Holzstuhl verbringe, ist es in Ordnung.
Die Wochenenden bin ich meistens bei Regina in Taipei. So komme ich zumindest ein paar Tage aus Zhongli raus. Ihr müsst wissen, wenn mich die Leute hier fragen, wo ich wohne und ich mit „Zhongli, the most beautiful city in Taiwan“ antworte, fangen immer alle an zu lachen. Ich könnt jetzt natürlich meinen ironischen Unterton nicht hören.
Noch einen Tag arbeiten und dann haben wir eine Woche Ferien. Zuerst fahre ich mit Regina in den Sueden nach Kenting an ein Festival, anschliessend ist das BMI-Treffen mit den Priestern und dann fliege ich fuer ein paar Tage mit Monika (eine Deutschlehrerin) auf die Orchideeninsel.
So, ich melde mich bald wieder und wuensche allen frohe Ostern.
Renata
Mittlerweile habe ich mich ganz gut eingelebt und es hat sich bereits ein bisschen der Alltag eingependelt.
Nach meiner ersten gemütlichen Eingewöhnungswoche begann mein Praktikum. Wie bereits erwähnt, bin ich zwei Fachpersonen von der BMI zugeteilt, Regina und Georg. Sie arbeiten in zwei verschiedenen Migrant Büros. Ein Büro ist in Zhongli (Reginas Büro), dort arbeite ich dienstags und mittwochs und das andere ist in Hsinchu (Georgs Büro), wo ich sonntags und montags arbeite.
Die Angestellten der beiden Büro kümmern sich um die Rechte Migrants, das sind Leute aus andern, ärmeren südostasiatischen Ländern (Kambodscha, Vietnam, Indonesien, Philippinen) und kommen hierher zum Arbeiten. Es handelt sich dabei oft um Opfer von Menschenhandel und solche die unter unmenschlichen Umständen hier arbeiten müssen.
Momentan erledige ich für Regina und Georg kleinere administrative Aufgaben, nichts
Anspruchsvolles. Es erinnert mich manchmal ein bisschen an meine Lehrzeit.
Mit den Migrants habe ich während der Arbeit wenig Kontakt, was ich sehr schade finde. Dazu fehlen mir die Sprachkenntnisse. So bearbeitet der vietnamesische Sozialarbeiter die vietnamesischen Fälle.
Der Sonntag startet mit der philippinischen Messe (auf Englisch) und dem anschliessenden Mittagessen. Das Essen dort ist so lala. Es gibt oft gekochtes Schweinefett und faden Reis, gottseidank haben wir eine grosse Auswahl an Früchten zum Dessert.
Am Nachmittag findet der wöchentliche Chinesischkurs statt. Ein paar Wörter Chinesisch habe ich bereits gelernt. Aber um die Sprache wirklich zu lernen, müsste man jeden Tag in den Chinesischunterricht.
Momentan wohne ich im Frauenshelter in Zhongli, dort habe ich ein kleines Zimmer mit Bad für mich allein. Das Zimmer ist nicht gerade das was man unter ‚gemütlich‘ versteht, naja ich wohne ja auch im Shelter und nicht in einem Hotel. ‚Shelter‘ heisst auf Deutsch übersetzt ‚Obdach‘. Aber für die paar Stunden, die ich in Zhongli im Zimmer lesend auf meinem ungemütlichen Holzstuhl verbringe, ist es in Ordnung.
Die Wochenenden bin ich meistens bei Regina in Taipei. So komme ich zumindest ein paar Tage aus Zhongli raus. Ihr müsst wissen, wenn mich die Leute hier fragen, wo ich wohne und ich mit „Zhongli, the most beautiful city in Taiwan“ antworte, fangen immer alle an zu lachen. Ich könnt jetzt natürlich meinen ironischen Unterton nicht hören.
Noch einen Tag arbeiten und dann haben wir eine Woche Ferien. Zuerst fahre ich mit Regina in den Sueden nach Kenting an ein Festival, anschliessend ist das BMI-Treffen mit den Priestern und dann fliege ich fuer ein paar Tage mit Monika (eine Deutschlehrerin) auf die Orchideeninsel.
So, ich melde mich bald wieder und wuensche allen frohe Ostern.
Renata
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| Taiwan 2 |
Samstag, 6. März 2010
Die ersten Eindrücke
Wie schnell doch die Zeit vergeht. Seit meiner Ankunft in Taiwan ist bereits ein Monat vergangen. Ein Monat in dem ich viel gesehen und erlebt habe.
In diesem Blog möchte ich euch von meinen Eindrücken dieser Insel berichten.
Ich kam gerade vor dem chinesischen Neujahrsfest an. Von diesem Fest habe ich abgesehen von den Feuerwerken nicht viel bemerkt, da es innerhalb der Familie gefeiert wird. Aber da alle Büros für eine Woche geschlossen sind, hatte ich erst einmal frei. So habe ich diese Zeit nutzen können, um mich ein bisschen auf dieser Insel zurecht zu finden.
Regina und Georg, das sind die beiden BMI-Fachpersonen, die für fünf Jahre in Taiwan arbeiten und deren Praktikantin ich in den nächsten drei Monaten bin, haben sich gut um mich gekümmert und mir geholfen. Naja, ehrlich gesagt, ohne die beiden wäre ich ohne Chinesischkenntnisse komplett verloren gewesen und ich war froh, dass mich Regina bereits auf dem Flughafen abgeholt hat.
Soweit es das Wetter zuliess, denn es war typisches chinesisch-Neujahr-Wetter, kalt und Regen, haben wir ein paar Ausflüge gemacht. So habe ich bereits einen ersten Eindruck von Taipei, Hsinchu und Umgebung bekommen. Die Landschaft ist hüglig, sehr grün und ich kann es gut verstehen warum die Portugiesen, nachdem sie die Taiwan entdeckt haben, die Insel mit „Ilha formosa“ – „schöne Insel“ benannt haben. Leider kapieren die Taiwanesen nichts von Stadtplanung. Wie ihr auf den Fotos sehen könnt, sind die hässlichen Betonklotze (Hochhäuser) „idyllisch“ in die Landschaft eingebettet.
In Taiwan leben wenige „Nicht-Asiaten“. Man trifft sie vor allem in der Hauptstadt Taipei in den „Ausländer-Kneipen und –Restaurants“. Es sind meistens Amis, Briten, Australier etc. die hier Englisch unterrichten, vielleicht noch ein paar Brocken Chinesisch lernen und sich eine „kleine, schlanke, süsse, herzige Taiwanesin“ angeln. Deshalb treiben sich in den „Ausländer-Kneipen“ auch sehr viele einheimische Mädels herum, um sich nach den begehrten „Nicht-Asiaten“ umsehen.
Weisse Frauen sind hier nicht gefragt, aber wenn ich irgendwo hingehe, errege ich mit meinem hellen Haar und meiner Grösse trotzdem Aufmerksamkeit. Die Leute starren mich an und kleine Kinder zeigen mit dem Finger auf mich. Einige fragen von wo ich komme oder rufen mir „welcome“ zu. Es war am Anfang etwas unangenehm. Vor allem wenn nach dem richtigen Weg suchen muss und unsicher bin, will ich nicht unbedingt auffallen. Doch mittlerweile habe ich mich etwas daran gewöhnt.
So, das wars fuers erste.
Gruss Renata
In diesem Blog möchte ich euch von meinen Eindrücken dieser Insel berichten.
Ich kam gerade vor dem chinesischen Neujahrsfest an. Von diesem Fest habe ich abgesehen von den Feuerwerken nicht viel bemerkt, da es innerhalb der Familie gefeiert wird. Aber da alle Büros für eine Woche geschlossen sind, hatte ich erst einmal frei. So habe ich diese Zeit nutzen können, um mich ein bisschen auf dieser Insel zurecht zu finden.
Regina und Georg, das sind die beiden BMI-Fachpersonen, die für fünf Jahre in Taiwan arbeiten und deren Praktikantin ich in den nächsten drei Monaten bin, haben sich gut um mich gekümmert und mir geholfen. Naja, ehrlich gesagt, ohne die beiden wäre ich ohne Chinesischkenntnisse komplett verloren gewesen und ich war froh, dass mich Regina bereits auf dem Flughafen abgeholt hat.
Soweit es das Wetter zuliess, denn es war typisches chinesisch-Neujahr-Wetter, kalt und Regen, haben wir ein paar Ausflüge gemacht. So habe ich bereits einen ersten Eindruck von Taipei, Hsinchu und Umgebung bekommen. Die Landschaft ist hüglig, sehr grün und ich kann es gut verstehen warum die Portugiesen, nachdem sie die Taiwan entdeckt haben, die Insel mit „Ilha formosa“ – „schöne Insel“ benannt haben. Leider kapieren die Taiwanesen nichts von Stadtplanung. Wie ihr auf den Fotos sehen könnt, sind die hässlichen Betonklotze (Hochhäuser) „idyllisch“ in die Landschaft eingebettet.
In Taiwan leben wenige „Nicht-Asiaten“. Man trifft sie vor allem in der Hauptstadt Taipei in den „Ausländer-Kneipen und –Restaurants“. Es sind meistens Amis, Briten, Australier etc. die hier Englisch unterrichten, vielleicht noch ein paar Brocken Chinesisch lernen und sich eine „kleine, schlanke, süsse, herzige Taiwanesin“ angeln. Deshalb treiben sich in den „Ausländer-Kneipen“ auch sehr viele einheimische Mädels herum, um sich nach den begehrten „Nicht-Asiaten“ umsehen.
Weisse Frauen sind hier nicht gefragt, aber wenn ich irgendwo hingehe, errege ich mit meinem hellen Haar und meiner Grösse trotzdem Aufmerksamkeit. Die Leute starren mich an und kleine Kinder zeigen mit dem Finger auf mich. Einige fragen von wo ich komme oder rufen mir „welcome“ zu. Es war am Anfang etwas unangenehm. Vor allem wenn nach dem richtigen Weg suchen muss und unsicher bin, will ich nicht unbedingt auffallen. Doch mittlerweile habe ich mich etwas daran gewöhnt.
So, das wars fuers erste.
Gruss Renata
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