Dienstag, 20. April 2010

Lanyu, Orchid Island

Nach dem Kenting- und Juifentripp ging es Schlag auf Schlag weiter. Mit Monika, eine Deutschlehrerin aus Taipei, welche ich durch Regina kennen gelernt hatte, fuhren wir fünfeinhalb Stunden mit dem Zug nach Taitung. Taitung liegt an der Ostküste von Taiwan. Von da aus startete unser Flieger Richtung Lanyu, Orchid Island. Das war vielleicht ein abenteuerlicher Flug. Unser Flugzeug (16-Plätzer) war so klein, ich konnte drinnen nicht aufrecht stehen. Es hat geschüttelt und gerüttelt. Nach 20 Minuten haarsträubenden Fluges ist die schöne Insel im Pazifik vor uns aufgetaucht.
Auf der Insel leben die Yami, ein Ureinwohnerstamm, welche bis Mitte des letzten Jahrhunderts noch keine Eingriffe in ihre ursprüngliche Lebensweise erfahren mussten. Ihre Traditionen gelten als die Besterhaltensten der Ureinwohner in Taiwan. Sie führen auf Lanyu ein beschauliches Leben, ernähren sich hauptsächlich vom Fischfang und verdienen sich ein wenig Geld mit dem Tourismus. Es gibt sechs auf der Insel verteilte kleine Dörfer, in denen jeweils eine andere Sippe wohnt.
In den Dörfern laufen die Hühner und Hähne sowie Schweine und anderes Vieh frei herum. Auf ganz Lanyu gibt es wilde Ziegen, die überall herum spazieren. Der Geschmack hat mich ein paar mal an ‚d Alpa’ im Sommer erinnert.
Ursprünglich haben die Yami ihre Häuser in grossen Mulden gebaut (siehe Foto), so dass nur mehr das Dach aus dem Boden ragte. Dies dient zum Schutz gegen Taifune, welche regelmässig im Sommer-Herbst über die Insel hinwegfegen. Die Kuomintag*** hat den Yami den Bau dieser Erdhäuser verboten. Da es in Folge von Taifunen zu grossen Schäden kam, wurde das Verbot 1980 wieder aufgehoben.

Am frühen Morgen kann man die Fischer beobachten, die mit ihren kleinen Booten vom Fischen zurückkehren und ihren Fang an Land bringen. Der Fisch wird anschliessend zugeschnitten und zum Trocknen aufgehängt. Nach getaner Arbeit hocken Sie sich zusammen zum gemütlichen Bier- und Schnapstrinken und Bettelnuss kauen.
Bettelnusskauen ist besonders bei den älteren Leuten (in ganz Taiwan, nach Berichten in ganz Asien, aber da war ich ja noch nicht) sehr beliebt. Es hat eine anregende Wirkung und soll gegen Ermüdung helfen. Dabei verfärbt sich der ganze Mund orange-rot und die Zähne verfaulen mit der Zeit. Und zu allem Übel spucken sie das Zeug auf die Strasse. Eklig!

Lanyu ist auch bekannt für seine Korallenriffe. Monika wollte unbedingt schnorcheln. Ich war mir da nicht ganz sicher. Im Meer schwimmen macht mir zwar nichts aus, aber für gewöhnlich gehe ich nur so weit raus, so dass ich noch Boden unter meinen Füssen spüre. Gut dass ich mich trotzdem überwunden habe, denn es war wunderschön. Es war etwas gewöhnungsbedürftig, den Kopf unter Wasser zu halten und trotzdem noch zu atmen. Ich hätte Stunden im Wasser herumtreiben und mir die bunten Fische und Korallen anschauen können.

*** Nach dem Sieg der Kommunistischen Partei von Mao Zeodng in China floh der unterlegene Chiang Kai-Shek mit seinen Anhängern der Kuomintang nach Taiwan. Dort gründeten Sie die vorübergehende Exilregierung von China, die „Republik China“ und errichteten ein autoritaeres Regime.

So das war Teil 2 von meinen Osterferien.


Lanyu, Orchid Island

Montag, 19. April 2010

Osterferien

Die Osterferien nutzte ich, um die Insel besser kennen zu lernen. Ein dichtgedaengtes Programm war fuer die naechsten Tage geplant.
Am Donnerstag (vor Ostern) frueh ging es los, ab in den Sueden. Ich lernte dort eine ganz andere Seite von Taiwan kennen, als ich sie vom der Region Taipei her kannte. Wir fuhren bis zum suedlichsten Zipfel von Taiwan, nach Kenting. Der kleine Surfer-Ort am Meer liess sofort ein Stimmungshoch aufkommen.
Kenting


Regina und ich trafen dort Susanne, ebenfalls wie Regina eine BMI-Fachperson, die in Taitung taetig ist. Mit von der Partie war auch Susannes Besuch aus Deutschland, Almut & Cornel mit Hanna. Am Schluss ist noch Marischa, eine polnische Studentin zu uns gestossen. Tagsueber genossen wir die Zeit am Strand und abends nach dem gemuetlichen Abendessen genehmigten wir und einen Drink am Strand oder an der coolsten Bar in ganz Taiwan.
Zudem fand in Eluanbi, einem Nachbarort von Kenting ein kleines Festival statt. Sein abwechslungsreiches Programm liessen wir uns natuerlich nicht entgehen. Von taiwanesischen Girly-Bands, deren Musik eher wie Kinderlieder klangen bis uber Funk und Contry war alles zu hoeren.

Nachdem Regina, Marischa und ich unsere letzte Nacht auf dem Camping verbracht hatten und am Montag mit dem High Speed Train wieder zurueck nach Taipei fuhren, fand am Dienstag das jaehrliche BMI-Treffen statt. Alle Fachpersonen und Priester, Nonnen etc. welche in Taiwan taetig sind, waren dazu eingeladen. Wir traffen uns in Juifen an der Nordkueste von Taiwan.
Juifen ist ein kleines Goldgraeberstaedtchen eingebettet in den Bergen mit Blick auf das Meer. Waehrend seiner Bluetzeit in den 1930er Jahren wurde es sogar “Little Shanghai” genannt.
So stand neben dem vielen Essen ein Besuch der alten Goldminen im Gold Ecological Park auf dem Programm sowie weitere Sehenswuerdigkeiten, wie Tempelbesichtigung und Juifens alte Einkaufsstrasse. Leider hat das Wetter nicht immer mitgespielt. Mir auf jeden Fall hat es auch bei schlechtem Wetter sehr gut gefallen, wie muss es erst mit Sonnenschein sein.

Abends sind wir noch gemuetlich zu einem Schlummerdrunk zusammengesessen und haben den taiwanesischen Whisky “Kavalan” genossen. Ich bin zwar kein Whiskyliebhaber und -kenner, aber der soll zu den Besten gehoeren.
http://www.krone.at/krone/S2/object_id__181982/hxcms/index.html
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,673903,00.html

Juifen